Der Vorstand der sheepworld AG besteht aus den beiden Firmengründern, Stefanie Rölz und Tobias Hiltl.
Interview mit Steff und Tobias
Wenn Du auf über 12 Jahre sheepworld-Geschichte zurückblickst, was war der bisher schönste Moment?
Steff: Nur einen schönsten Moment gibt es, denke ich nicht. Unser erster aufgestellter Kartenständer, unser erstes Plüschtier, unser Umzug in unser eigenes Firmengebäude, unser erster großer Messestand in Frankfurt – das sind nur ein paar der schönsten Momente, und ich hoffe, da kommen noch mehr dazu!
Was sagen Deine Freunde, Eltern und Bekannte dazu, dass aus Deiner damals kleinen Idee ein so erfolgreiches Unternehmen geworden ist?
Steff: Viele waren damals skeptisch, meine Eltern eingeschlossen – es war ja auch wirklich nicht einfach, sich vorzustellen, was aus unserer Idee entstehen kann. Freunde und Familie freuen sich bis heute sehr mit uns über den Erfolg und sehen auch, wie viel Arbeit und Mut dahinter steckt. Aber natürlich gibt es auch Leute, die unsere Arbeit schlecht reden oder neidisch sind. Das finde ich sehr schade.
In welchen Ländern ist sheepworld mittlerweile zu Hause?
Tobias: Wahrscheinlich gibt es in jedem Land der Erde ein Produkt der sheepworld-Familie, denn die Produkte werden gekauft, um sie dann wieder zu verschenken oder zu verschicken.
Bekommt ihr auch Fanpost?
Steff: Wir haben ganz tolle Fans und bekommen viele Zuschriften per Brief oder Email. Natürlich versuche ich alle Fragen und Wünsche so gut ich kann, zu erfüllen.
Wohnt ihr wirklich „Am Schafhügel“? Gab es diesen Namen vorher schon?
Steff: Ja, wir wohnen „Am Schafhügel“! Aber ich gebe zu, wir durften bei der Namensgebung ein bisschen mitmischen. Es ist ein richtig idyllischer Hügel mit tollem Blick über Wälder und Wiesen – und manchmal, wenn der Wind ganz günstig steht, kann man von der Schafweide im Ort nebenan wirklich die Schafe blöken hören; das ist toll!
Wo liegt Ursensollen? Warum habt ihr Euch diesen Standort ausgesucht?
Tobias: Ursensollen liegt mit seinen 2.000 Seelen fast im Herzen Europas, rein geographisch betrachtet. Kulturell sind wir bei den sehr bodenständigen Oberpfälzern, einem kleinen und unbekannten Teil Bayerns, angesiedelt. Die Wahl war nicht schwierig; nur 10 Minuten von Amberg, der nächsten größeren Stadt und Steffs und meiner Heimat. Durch die A6 gibt es eine gute Anbindung nach Osten (Regensburg/Prag) und Westen (Nürnberg). Außerdem ist die Gemeindeverwaltung aufgeschlossen und engagiert, so dass wir als Arbeitgeber und Steuerzahler gut, nachhaltig und effizient arbeiten können. Die Lage ist wunderschön – als ich dieses Fleckchen sah, wusste ich, dass hier alle wunderbar arbeiten können. Der Blick ist frei und die Gedanken und Ideen auch.
Wie viele Mitarbeiter gibt es in der Zentrale?
Tobias: Wir sind derzeit rund 60 Leute und immer auf der Suche nach weiteren qualifizierten Mitarbeitern.
Zeichnest Du alle Schafe selbst?
Steff: In den ersten sechs Jahren hab ich jedes Schaf und jeden Grashalm selbst gezeichnet, doch irgendwann wurde es zu viel. Seitdem unterstützt mich ein wunderbares Grafik-Team. Jede Zeichnung wird mit mir besprochen, damit der sheepworld-Stil erhalten bleibt. Die Texte auf den sheepworld-Produkten kommen aber noch immer aus meiner Feder, und die Zeichnungen für die Klapp- und Postkarten mache ich auch noch selbst, das ist mir sehr wichtig. Es sind einfach meine kleinen Geschöpfe.
Wie lange dauert es, bis ein neues Produkt geboren wird?
Steff: Das ist tatsächlich wie bei einer Schwangerschaft. Im Schnitt kann man dafür neun Monate rechnen; angefangen von der Idee, über die Ausarbeitung, Gestaltung und Abstimmung mit den Herstellern bis hin zu den Mustern und dem Start der Produktion. Dann noch rauf aufs Schiff oder den LKW bis in unser Lager, und schwupp sind die neun Monate auch schon rum.
Macht es einen nicht unheimlich stolz, wenn ihr seht, was ihr geschafft habt?
Tobias: Ja, klar. Vor allem, wenn ich daran denke, wie wir angefangen haben. Steff und ich haben uns mit 19 Jahren auf der Post kennengelernt, wo wir jeden Abend nach der Schule gejobbt haben. Zusammen haben wir beide in dem Jahr ca. 10.000 Euro verdient, die wir in die erste Postkartenkollektion und das Drumherum, wie Auftragsformulare gesteckt haben. Die war so schlecht gedruckt, dass wir fast 200.000 Postkarten wegwerfen mussten. Das war eine finanzielle Katastrophe aber wir haben nicht aufgegeben! Ohne dass wir je Schulden machen mussten, ist dann aber ein Unternehmen entstanden, das in 2007 25 Mio. Euro Umsatz erwirtschaftet hat. Oft sitzen Steff und ich beisammen und können gar nicht fassen, dass wir als kleine Schüler zu Vorständen einer der populärsten und wichtigsten Firmen in unserem Bereich geworden sind. Es ist ein tolles Gefühl, so etwas wachsen zu sehen und sich dadurch selbst zu verwirklichen.
Ich hoffe und wünsche mir, dass wir weiterhin so arbeiten und dass viele junge Leute es als Vorbild nehmen, dass man mit relativ wenig Kapital, Mut, etwas Glück und vor allem Fleiß schaffen kann!
Was sind Deine Ziele für die nächsten 5 Jahre?
Tobias: Da gibt es viele, denn das Spielfeld als CEO und Mitinhaber einer gut gehenden Firma ist groß. Das nächste größere Ziel ist, mit sheepworld in den Benelux-Ländern in 2-3 Jahren unter den Top 5 Firmen zu sein. Weiteres Ziel ist, unser Wachstum zu stärken und zu steigern. Ich sehe sheepworld als Ideenschmiede, und als diese möchte ich sie weiter ausbauen. Dazu gehört, dass sheepworld als “brand” unverzichtbar in unserer Branche wird, ähnlich wie Puma, ESPRIT oder BMW. Alles drei tolle Marken.
